Stellungnahme der FWG zur Überlegung der Gemeindeverwaltung Stockstadt/Main, die sieben vorhandenen Containerstandplätze auf einen zentralen Standort im Bereich der Frankenhalle zu reduzieren.
Rechtliche Situation:
Zunächst hat die Gemeinde im Bereich der Müllentsorgung und Wertstoffsammlung keine Kompetenz. Die Entscheidung in diesen Fragen ist dem Kreistag vorbehalten, der allerdings ebenfalls über Abstimmungsvereinbarungen mit DSD und der Firma Werner vertraglich gebunden ist. Die Gemeinde Stockstadt müßte zunächst einen Antrag an den Kreistag richten, in dem sie ihre Vorstellungen darlegt. Dieser hätte dann zu entscheiden.
Zum Sachverhalt:
Aus der Entsorgungsstatistik des Landratsamtes geht hervor, daß in Stockstadt über die Container erfaßt werden: Papier- 750 t/Jahr, Glas- 242 t/Jahr, Dosen- 40 t/Jahr.
Hinzu kommt eine nicht näher zu beziffernde Menge an Altkleidung. Will man diese Menge über einen Containerstandort entsorgen, ergeben sich einige logistische Probleme. Um immer ausreichend Containervolumen zur Verfügung zu haben, müssten ca. 5 Papiercontainer sowie 2 Glas- und Dosencontainer gleichzeitig aufgestellt werden.
Circa vier Container müßten pro Tag angeliefert und abgefahren werden. Von den Wertstoffanlieferern würde der Platz ca. 160 mal pro Tag angefahren werden.
Diese grob überschlägige Betrachtung führt uns zu dem Schluß, daß eine zentrale Sammelstelle, egal in welchem Stockstädter Wohngebiet, für die dortigen Anwohner unzumutbar ist.
Lösungsvorschlag:
Unter der Prämisse, daß man sowohl aus Kostengründen (2.100,00 DM/Monat für die Platzreinigung durch die Firma Cengiz minus 1.750,00 DM Landkreiszuschuß = 350,00 DM /Monat für die Gemeinde Stockstadt, bzw. 4.200,00 DM/Jahr) als auch aus ästhetischen Gründen nur einen Containerplatz im Gemeindegebiet haben will, kann dieser nur als zentraler Recyclinghof betrieben werden. Dieser Recyclinghof wäre unserer Meinung nach am besten im Bauhofbereich – separat zugänglich anzulegen. Er sollte großzügige Öffnungszeiten haben. Die Anlieferung sollte, wenn nötig kontrolliert (z.B. Kamera) erfolgen.
Eine Papiertonne für jeden Haushalt könnte das Containerplatzproblem erheblich entschärfen, da Papier einerseits der bei weitem größte Anteil der angelieferten Stoffe ausmacht und andererseits von ihm die größte Verschmutzung der Containerplätze ausgeht. Die Papiertonne ist im Gesamtsystem der Abfallentsorgung des Landkreises eine vernünftige, letztendlich auch kostensparende Einrichtung, die aber auf erhebliche Akzeptanzprobleme beim Bürger stößt (Eine dritte Tonne für viele Haushalte).
Aufgrund der Ausführungen stellen wir folgenden Antrag:
Die Gemeindeverwaltung wird beauftragt mit dem Landkreis die Möglichkeiten einer Veränderung bei den Containerplätzen abzuklären.
Die Einführung einer Papiertonne soll geprüft werden. Hierüber ist eine Bürgerbefragung durchzuführen.
Im Bereich des Bauhofes wird ein zentraler Recyclinghof eingerichtet.